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Wundarten & Wundphasen

Die wichtigsten Begriffe rund um die Wunde — Wundarten, Heilungsphasen, Gewebe im Wundgrund und Exsudat. Verständlich erklärt, zum Nachschlagen und Lernen.

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Rein erklärend: Diese Seite beurteilt keine konkrete Wunde und gibt keine Therapieempfehlung. Die Wundbeurteilung und die Wahl der Versorgung erfolgen durch die zuständige Fachperson. Zum Festhalten von Massen und Beobachtungen gibt es die Wundverlauf-Dokumentation.

BegriffWas es bedeutet
Wundarten nach Entstehung
Akute WundeFrisch entstandene Wunde, die bei normalem Verlauf innert Tagen bis wenigen Wochen heilt — z. B. Schnitt-, Riss- oder Operationswunde.
Chronische WundeWunde, die trotz Behandlung über längere Zeit nicht abheilt. Meist liegt eine Grunderkrankung zugrunde, die mitbehandelt werden muss.
OperationswundeChirurgisch gesetzte, meist mit Naht oder Klammern verschlossene Wunde (primärer Wundverschluss).
SchürfwundeOberflächliche Abschürfung der obersten Hautschichten; nässt oft, heilt meist ohne Narbe.
Riss-/PlatzwundeDurch stumpfe Gewalt entstandene Wunde mit unregelmässigen Rändern.
Verbrennung / VerbrühungHitzeschaden der Haut, je nach Tiefe mit Rötung, Blasenbildung oder tieferem Gewebeschaden.
Chronische Wunden — häufige Formen
DekubitusDruckgeschwür: Gewebeschaden durch anhaltenden Druck oder Scherkräfte, typisch über Knochenvorsprüngen (z. B. Steissbein, Ferse).
Ulcus cruris venosumOffenes Bein infolge chronischer Venenschwäche; meist am Unterschenkel, oft mit Ödem und Hautveränderungen.
Ulcus cruris arteriosumGeschwür infolge mangelnder arterieller Durchblutung; oft schmerzhaft, Fuss eher kühl und blass.
Diabetisches FusssyndromWunde am Fuss bei Diabetes, begünstigt durch Nervenschädigung und/oder Durchblutungsstörung; Druckstellen werden oft nicht gespürt.
Wundheilungsphasen
1. ReinigungsphaseDirekt nach der Verletzung: Blutstillung, Entzündungsreaktion, die Wunde reinigt sich selbst. Meist deutliche Exsudation.
2. GranulationsphaseNeues, gut durchblutetes Gewebe wächst von unten auf. Es sieht rot und feinkörnig aus und blutet leicht.
3. EpithelisierungsphaseNeue Hautzellen wandern vom Wundrand her über die Wunde und verschliessen sie. Danach reift die Narbe über Monate.
Gewebe im Wundgrund
GranulationsgewebeRot, feinkörnig, gut durchblutet — Zeichen des Gewebeaufbaus.
FibrinbelagGelblicher bis weisslicher, oft schmieriger Belag aus Eiweiss und Zelltrümmern.
NekroseAbgestorbenes Gewebe; trocken meist schwarz und hart, feucht eher grau und weich.
EpithelgewebeZartes, rosa-weissliches neues Hautgewebe, meist vom Wundrand her.
Unterminierung / TascheGewebedefekt, der sich unter dem Wundrand fortsetzt — die Wunde ist unter der Haut grösser als sichtbar.
Exsudat (Wundflüssigkeit)
SerösKlare, hellgelbliche, dünnflüssige Wundflüssigkeit — bei normaler Heilung üblich.
Blutig (sanguinolent)Rötliche Flüssigkeit mit Blutanteil, etwa nach Verbandwechsel oder Reinigung.
Eitrig (purulent)Trübe, gelblich-grünliche, oft übelriechende Flüssigkeit. Kann auf eine Infektion hinweisen — der Fachperson melden.
ExsudatmengeWird beschreibend festgehalten (gering, mässig, stark) — z. B. daran, wie stark der Verband durchfeuchtet ist.

Warnzeichen einer Infektion (zunehmende Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerz, Eiter, Geruch, Fieber) gehören immer gemeldet. Siehe auch Infektionszeichen.

Wundversorgung mit System

Von der Wundauflage bis zum Verbandwagen — Laua berät und beliefert Heime, Spitex und Praxen.