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Medizinische Abkürzungen

Die häufigsten Kürzel aus Pflege, Praxis und Rezept — verständlich erklärt. Zum Nachschlagen für Lernende, Quereinsteigende und Fachpersonen.

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Zur Orientierung: Abkürzungen können je nach Betrieb, Region und Zusammenhang unterschiedlich gemeint sein. Im Zweifel nachfragen — bei Medikamenten und Dosierungen niemals raten. Massgebend sind Verordnung und interne Vorgaben.

Die aufgeführten Kürzel folgen dem deutschschweizerischen Sprachgebrauch. In der Westschweiz und im Tessin sind teils andere Kürzel üblich.

AbkürzungBedeutungErklärung
Verabreichung — Applikationswege
p.o.per osüber den Mund, zum Schlucken.
i.v.intravenösin eine Vene.
s.c.subkutanins Unterhaut-Fettgewebe (z. B. Insulin, Heparin).
i.m.intramuskulärin einen Muskel.
s.l.sublingualunter die Zunge, dort zergehen lassen.
p.r.per rectumrektal, über den After (z. B. Zäpfchen).
i.n.intranasalin die Nase.
transdermalüber die HautAufnahme durch die Haut (z. B. Pflaster/TTS).
inhal.inhalativzum Einatmen (Spray, Vernebler).
o.d.oculus dexterrechtes Auge.
o.s.oculus sinisterlinkes Auge.
o.u.oculus uterquebeide Augen.
PVKperiphervenöse VerweilkanüleZugang in einer Armvene («Venflon»).
ZVKzentraler VenenkatheterKatheter in einer herznahen grossen Vene.
PEGperkutane endoskopische GastrostomieErnährungssonde durch die Bauchdecke in den Magen.
DKDauerkatheterliegender Blasenkatheter zur Harnableitung.
Zeitpunkt & Häufigkeit
nüchternohne vorheriges Essenauf leeren Magen (z. B. vor Blutentnahme/OP).
a.c.ante cibumvor dem Essen.
p.c.post cibumnach dem Essen.
prn / b. B.bei Bedarfnur wenn nötig (Reservemedikation).
1-0-0-0morgens–mittags–abends–nachtsEinnahmeschema: Anzahl pro Tageszeit.
z. N.zur Nachtvor dem Schlafengehen.
tgl.täglicheinmal pro Tag.
1×/d, 2×/d …pro TagAnzahl Gaben pro Tag.
stat.statimsofort.
ad lib.ad libitumnach Belieben / frei (z. B. Trinkmenge).
Vitalzeichen & Messwerte
BD / RRBlutdruckarterieller Blutdruck (RR = nach Riva-Rocci), in mmHg.
HF / PHerzfrequenz / PulsSchläge pro Minute.
AFAtemfrequenzAtemzüge pro Minute.
SpO₂SauerstoffsättigungSauerstoff im Blut, gemessen per Pulsoxymeter (%).
Temp / BT(Körper-)TemperaturKörpertemperatur in °C.
BZBlutzuckerGlukose im Blut (mmol/l bzw. mg/dl).
GCSGlasgow Coma ScaleSkala zur Einschätzung der Bewusstseinslage.
BMIBody-Mass-IndexVerhältnis Gewicht zu Körpergrösse.
Ein/AusEin- und Ausfuhrerfasste Flüssigkeitsmengen (Bilanz).
Untersuchung, Befund & Diagnose
Dg / Diag.Diagnosefestgestellte Erkrankung.
DDDifferenzialdiagnoseandere infrage kommende Ursachen.
V. a.Verdacht aufnoch nicht gesicherte Vermutung.
Z. n.Zustand nachnach einem früheren Ereignis (z. B. Z. n. Sturz).
St. p.Status postlateinisch für «Zustand nach».
AnamneseKrankengeschichteVorgeschichte, meist im Gespräch erhoben.
o. B.ohne (besonderen) Befundunauffällig.
EKGElektrokardiogrammAufzeichnung der Herzströme.
Röntgenbildgebende Untersuchung mit Röntgenstrahlen.
CTComputertomografieSchnittbild-Verfahren mit Röntgen.
MRI / MRTMagnetresonanztomografieSchnittbild-Verfahren ohne Röntgenstrahlen.
BEBlutentnahmeAbnahme von Blut fürs Labor.
Dokumentation & Verlauf
Th / TxTherapieBehandlung.
OPOperationchirurgischer Eingriff.
AO / VOAnordnung / Verordnungärztliche Anweisung.
klagt überberichtete BeschwerdeSymptom, das die Person selbst angibt.
Pat.Patient/inbetreute Person (auch: Klient/in, Bewohner/in).
i. R.im Rahmenim Zusammenhang mit.
ggf.gegebenenfallsfalls nötig / je nachdem.
bzw.beziehungsweiseoder genauer / respektive.
re / lirechts / linksSeitenangabe.
Entl.Entlassung / AustrittEnde des stationären Aufenthalts.
Pflege & Betreuung
ATL / AEDLAktivitäten des täglichen LebensOrdnungsraster für Pflegebedarf (z. B. Essen, Bewegen).
MobiMobilisationBewegen/Aufstehen fördern.
DekuDekubitusDruckgeschwür durch längeres Liegen/Sitzen.
PDLPflegedienstleitungLeitung des Pflegedienstes.
FaGeFachfrau/-mann GesundheitBerufsabschluss (EFZ) in der Pflege.
AGSAssistent/in Gesundheit und SozialesBerufsabschluss (EBA).
dipl. Pflege HFdiplomierte Pflegefachperson HFAbschluss an einer höheren Fachschule.
Spitexspitalexterne Hilfe und PflegePflege und Betreuung zu Hause.
VWVerbandwechselErneuern eines Wundverbands.
BtMBetäubungsmittelkontrollpflichtige Wirkstoffe (z. B. starke Schmerzmittel).
Rezept, Einheiten & Menge
Tbl.Tablettefeste Arzneiform zum Schlucken.
Kps.KapselHülle mit Wirkstoff.
Supp.SuppositoriumZäpfchen.
gtt.guttaeTropfen.
Amp.Ampullekleines Glasgefäss mit Injektionslösung.
mgMilligrammTausendstel Gramm.
µg / mcgMikrogrammMillionstel Gramm.
mlMilliliterTausendstel Liter.
IEInternationale EinheitWirkmengen-Einheit (z. B. Insulin, Vitamine).
ret.retardverzögerte Wirkstofffreisetzung.
Rp.recipe («nimm»)Einleitung einer Verschreibung.
Fachbereiche & Orte
IPS / ITSIntensivpflegestationStation für schwerkranke Patient/innen.
NFSNotfallstationErstversorgung akuter Fälle.
Chir.Chirurgieoperatives Fachgebiet.
Med.(Innere) Medizinnicht-operatives Fachgebiet.
Gyn.GynäkologieFrauenheilkunde.
Päd.PädiatrieKinderheilkunde.
Geri.GeriatrieAltersmedizin.
RehaRehabilitationWiederherstellung von Funktionen nach Krankheit.
ambulantohne ÜbernachtungBehandlung ohne stationären Aufenthalt.
stationärmit AufenthaltBehandlung mit Übernachtung im Spital/Heim.

Fehlt Ihnen eine Abkürzung? Schreiben Sie uns an info@laua.ch — wir ergänzen die Liste laufend.

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