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Blutgruppen — kurz erklärt

Das AB0-System, der Rhesusfaktor und wer wem Blut spenden kann. Verständlich aufbereitet, mit einer klaren Kompatibilitätstabelle für Erythrozytenkonzentrate.

Wissensmodul für Fachpersonen und Interessierte · kostenlos

Das AB0-System

Auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sitzen bestimmte Merkmale — die Antigene A und B. Welche davon vorhanden sind, bestimmt die Blutgruppe. Passend dazu trägt das Blutplasma Antikörper gegen die jeweils fehlenden Antigene. Genau dieses Zusammenspiel entscheidet, welches Blut vertragen wird.

A
Antigen: A
Antikörper im Plasma: Anti-B
B
Antigen: B
Antikörper im Plasma: Anti-A
AB
Antigene: A und B
Antikörper im Plasma: keine
0
Antigene: keine
Antikörper im Plasma: Anti-A und Anti-B

Der Rhesusfaktor

Zusätzlich zum AB0-System zählt der Rhesusfaktor — genauer das Antigen D. Ist es vorhanden, ist man Rhesus-positiv (z. B. A+), fehlt es, Rhesus-negativ (z. B. A−). Rhesus-negative Menschen bilden nicht von Natur aus Anti-D-Antikörper, können sie aber nach Kontakt mit Rhesus-positivem Blut entwickeln — deshalb ist der Rhesusfaktor besonders in Schwangerschaft und Transfusion wichtig.

Wer darf wem spenden? (Erythrozytenkonzentrat)

Bei der Übertragung roter Blutkörperchen zählt: Das Empfängerblut darf keine Antikörper gegen die Antigene des Spenderbluts tragen. Die Tabelle zeigt, welche Spender-Blutgruppe eine Empfängerin oder ein Empfänger erhalten darf.

verträglich nicht verträglich
Verträglichkeit von Erythrozytenkonzentraten zwischen Spender und Empfänger
Empfänger ↓ / Spender →0−0+A−A+B−B+AB−AB+
AB+ (Universalempfänger)
AB−
A+
A−
B+
B−
0+
0− (Universalspender)

Zwei Merksätze: 0 negativ ist der Universalspender für Erythrozyten — dieses Blut trägt weder A-, B- noch D-Antigen und wird darum von allen vertragen. AB positiv ist der Universalempfänger — dieses Plasma enthält keine Anti-A- oder Anti-B-Antikörper und kann darum rote Blutkörperchen jeder AB0-Gruppe aufnehmen.

Und das Plasma?

Bei einer Plasmaspende dreht sich das Bild um: Übertragen werden hier die Antikörper, nicht die Antigene. Deshalb ist bei Plasma die Gruppe AB der Universalspender (kein Anti-A/Anti-B enthalten) und 0 der Universalempfänger. In der Praxis gelten für jede Komponente eigene Regeln — massgebend sind immer die transfusionsmedizinischen Vorgaben und die Kreuzprobe vor Ort.

Blut spenden

Blut lässt sich nicht künstlich herstellen — kranke und verunfallte Menschen sind auf Spenden angewiesen. In der Schweiz kann grundsätzlich Blut spenden, wer gesund ist, zwischen 18 und 75 Jahre alt ist (Erstspende bis 60), mindestens 50 kg wiegt und sich wohl fühlt. Eine Vollblutspende dauert rund zehn Minuten und ist etwa alle drei Monate möglich. Ob eine Spende im Einzelfall zulässig ist, klärt das Blutspendezentrum vorgängig ab.

Finden Sie den für Sie zuständigen regionalen Blutspendedienst. Ihr Standort wird ausschliesslich in diesem Browser verwendet und nicht übermittelt.

Termine, genaue Adressen und Öffnungszeiten: blutspende.ch (Blutspende SRK Schweiz).

Hinweis: Dieses Modul dient dem Verständnis und der Weiterbildung. Es ersetzt keine transfusionsmedizinische Beurteilung. Jede Bluttransfusion setzt die vorgeschriebenen Untersuchungen (Blutgruppenbestimmung, Antikörpersuchtest, Kreuzprobe und Bedside-Test) sowie die Freigabe durch die verantwortliche Fachperson voraus.

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